Das Mobiltelefon als Spionage-Instrument

Wie man aus diversen Quellen und Berichten weiss, kann ein Mobiltelefon auch als Spionagegerät eingesetzt werden. Nicht nur, dass der Ort, wo sich das Gerät gerade befindet, jederzeit zentimetergenau bestimmt werden kann. Sondern auch, dass sämtliche darauf befindlichen Daten ausgelesen werden können, die Bewegung des Geräts bekannt ist oder es jederzeit als Wanze umfunktioniert werden kann.

Was meinen Sie zu diesem «schlafenden Spion»?

Gesellschaftliches Phänomen

Ich denke, das passt zu einer Zeit, in der die Privatsphäre gänzlich aufgelöst wird. Wer sein ganzes Leben auf Facebook, youtube etc. dem Rest der Welt präsentiert, gibt sehr viel von sich preis. Auch Dinge, die wir früher der Intimsphäre zurechneten. Wer so öffentlich lebt, wird wohl keine Angst davor haben, dass Fremde jederzeit wissen, wo man sich befindet und was man tut. Den Schnüffelstaat haben wir vor 30 Jahren empört attackiert. Die junge Generation hat ihn im Internet freiwillig wieder errichtet und stört sich offenbar nicht daran …

Bild des Benutzers Beat Matter

Masse macht anonym

Was Menschen am Stadtleben schätzen, ist mitunter eine gewisse Anonymität inmitten von unzähligen Mitmenschen. Ich glaube, die mehr oder minder bedenkenlose Aufgabe der Privatsphäre des «modernen» Menschen funktioniert nach dem gleichen Muster. Weshalb, so die Frage, soll ausgerechnet ich «ausspioniert» werden, wenn es doch ein paar Millionen bzw. Milliarden anderer potenzieller Ausspionierter gibt. Das Versteck innerhalb der schieren Masse von verfügbaren Informationen ist demzufolge die moderne Anonymität. In welcher Art sich das auf die Gesellschaft auswirkt, ist wohl erst im historischen Rückblick, also in ein paar Jährchen, schlüssig zu beantworten.

Facebook als Karriere-Stolperstein

Klar ist es vielen jungen Menschen, die noch keinen Status in der Gesellschaft haben, ziemlich egal, wie ihr Ruf ist. Also stellen sie munter Bilder von sich ins Internet, die sie im Vollrausch unter dem Tisch liegend zeigen, beim Strippen in der Disco oder beim heiteren Nahkampf-Flirt in einer heissen Runde.

Sie sind sich dabei nicht bewusst, dass das Internet nicht vergisst. Unangenehm wird es spätestens dann, wenn sie sich um eine Stelle bewerben oder, wer weiss, ein politisches Amt anstreben. Denn Personalverantwortliche, Journalisten und Wähler googeln Bewerber heutzutage routinemässig. Da nützen die besten Referenzen nichts mehr, weil sie gar nicht erst angefragt werden.

Kommentar hinzufügen

You must have Javascript enabled to use this form.