Ritalin
25.10.2010 - 16:23
Ritalin
Lieber Herr Bachmann
Ich kenne mich in den Untersuchungen über die Langzeitwirkung von Ritalin nicht aus. Psychologen verschreiben keine Medikamente. Die erste Frage müssen sie einem Kinderarzt stellen, die zweite einem Psychiater.
Vom psychologischen Standpunkt aus kann man sagen, dass es für die emotionale Enwicklung des Kindes sicher besser ist, wenn es in der Umgebung weniger aneckt und Ablehnung erfährt. Wenn ein Medikament dazu verhilft, ist das ok. Die Gefahr liegt anderswo: wenn die Diagnose ADHS dazu führt, dass man auffälliges Verhalten beim Kind einfach hinnimmt und mit der "Krankheit" entschuldigt, hilft man ihm nicht. Das Kind hat es schwieriger als andere, Impulse zu kontrollieren, das stimmt, aber es muss es lernen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall eine weitere Therapie und entsprechende Gespräche bei auffäligem Verhalten zwischen Eltern und Kind.
Beim Lesen von Beschreibungen von ADHS kam mir allerdings schon der Verdacht, dass die Unruhe und Unkonzentriertheit auch von einer Angstverdrängung rühren könnte und durch psychologische Gespräche abgebaut werden könnte. Gegenwärtig wird nur Verhaltenstherapie angewandt, ein Versuch mit Psychoanalyse steht noch aus.
Bei Erwachsenen passiert wohl dasselbe wie mit andern leistungssteigernden Mitteln: sie können nicht mehr darauf verzichten.
Wie gesagt, ob Ritalin wie Kokain zu schweren psychischen Schädigungen führt, weiss ich nicht.
Mit lieben Grüssen
Elisabeth Geiger
26.10.2010 - 10:57

Guten Tag Frau Geiger
Ihre Ritalin-Serie bei den Artikeln ist interessant. Ich habe zwei Fragen dazu:
1. Was passiert denn mit der emotionalen Entwicklung, wenn ein Jugendlicher ständig Ritalin einnimmt?
2. Was passiert bei Studierenden, Ärzten und so weiter, also Erwachsenen mit ihrer Psyche, wenn sie systematisch Ritalin zur Leistungssteigerung einsetzen?
Danke für eine Antwort, liebe Grüsse
Andreas