Ernährung

Die Welt des Zuckers - Mönchszucker

Der Zucker der Zukunft?

Möchszucker - Zucker der Zukunft?
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Haben Sie schon einmal von der Mönchsfrucht oder dem Mönchszucker gehört? Diese Frucht, auch Luo Han Guo genannt, hat Potential der Zucker der Zukunft zu werden. Warum? Diese Frucht süsst wie Zucker, aber ohne Kalorien.

 

Was ist Mönchszucker?

Der Süssstoff Mönchszucker stammt von der Kletterpflanze Lou Han Guo beziehungsweise der Mönchsfrucht. Diese aussergewöhnliche Frucht wird in Südchina bereits seit Jahrhunderten kultiviert. Die Früchte sind zwischen 4.5 bis 5.5 Zentimeter gross und haben eine leuchtend grüne Farbe. Der Name wird auf die buddhistischen Luohan-Mönche zurückgeführt, welche im 13. Jahrhundert die ersten gewesen sein sollen, welche über die besonderen Eigenschaften der Pflanze Bescheid wussten.

Als Süssstoff wird der Fruchtextrakt der Pflanze genutzt. In China wird die Pflanze bereits seit 1000 Jahren verwendet. Einerseits als Süssstoff, andererseits auch als Heilmittel. Die wichtigsten Anwendungsbereiche der Pflanze als Heilmittel sind Verdauungsstörungen, Erkältungskrankheiten und Hitzeschlag.

Der süsse Geschmack dieser erstaunlichen Pflanze geht vorwiegend auf sogenannte Mogroside zurück. Dies sind zuckerartige Verbindungen, welche im fleischigen Teil der Frucht zirka ein Prozent ausmachen. Der Zuckerzusatzstoff enthält nur 0.5 Kilokalorien pro Gramm, normaler Haushaltszucker hat zum Vergleich 4 Kilokalorien pro Gramm. Die Süsskraft hängt vom Mogrosid-Anteil ab. Wenn ein Produkt beispielsweise 80 bis 90% Mogroside enthält, ist der Mönchszucker zirka 250-mal süsser als Haushaltszucker. Dementsprechend ist die benötigte Menge so klein, dass der Kalorienanteil vernachlässigbar ist.

 

Gesundheitliche Aspekte

In der Zwischenzeit wird Luo Han Guo nicht nur in China, sondern auch in vielen anderen Ländern als Süssstoff verwendet. Da die süssen Mogroside in den benötigten Mengen keine Kalorien haben, entsteht ein gesundheitlicher Vorteil. Sie beeinflussen im Gegensatz zu „normalem“ Zucker den Blutzucker nicht, wodurch nach Verzehr das Risiko von Heisshungerattacken deutlich tiefer ist. Diesen positiven Effekt haben jedoch alle kalorienfreien Süssstoffe gemeinsam, wie zum Beispiel Assugrin oder Stevia.

 

Verwendung von Mönchszucker

Beim Verwenden von Luo-Han-Guo-Extrakten empfehlen wir Ihnen unbedingt die Verpackungshinweise zu studieren, damit Sie die Süsskraft einschätzen können. Wie erwähnt, hat ein Produkt mit 80 bi 90% Mogroside-Anteil eine zirka 250-fache Süsskraft. In diesem Fall können Sie die im Rezept angegebene Menge Zucker einfach durch 250 teilen. Der Zuckerersatzstoff ist nicht hitzeempfindlich und gut wasserlöslich. Er kann also in Getränken und zum Backen oder Kochen verwendet werden. Eine Herausforderung beim Ersetzen von Zucker durch Süssstoffe ist jedoch, dass das Volumen nicht mehr stimmt. Dies braucht etwas Erfahrung oder ansonsten Rezepte, welche speziell zum Gebrauch von Süssstoffen sind.

Am Ende die „schlechte“ Nachricht: Luo Han Guo ist bis anhin weder in der EU noch in der Schweiz zugelassen. In zahlreichen Asia-Shops und im Internet werden die Produkte aus der Mönchsfrucht jedoch angeboten. Wann und ob in der Schweiz überhaupt eine Zulassung erfolgt, ist aktuell nicht klar. In der Schweiz ist das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit für die Prüfung von Süssstoffen zuständig. Erst wenn eine erfolgreiche Risikoprüfung stattgefunden hat, können Süssstoffe freigegeben werden. Danach kann der freigegebene Süssstoff in festgelegten Mengen in Produkte integriert und konsumiert werden. Einen spannenden Filmbeitrag von Galileo finden Sie hier.

Weitere Informationen finden Sie auf zentrum-der-gesundheit.de oder auf avogel.ch

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