Ernährung

Jumbo Size, Super Size oder doch King Size?

Welche Portionsgrössen bevorzugen Sie? Kleine, mittlere oder doch grosse? Haben Sie sich schon einmal gefragt, welchen Einfluss diese Packungsgrössen auf unsere Verzehrmenge haben?

Welche Packungsgrösse bevorzugen Sie?
Kategorie:
Autor:
Natalie Zumbrunn

 

In den letzten Jahrzenten haben sich die Portionsgrössen von Lebensmitteln stetig vergrössert. Untersuchungen aus verschiedenen Ländern zeigen, wie extrem sich die Portionsgrössen von salzigen und süssen Snacks, wie auch von Fast Food im Laufe der Jahre vergrössert haben.

 

Auch die Zahl an übergewichtigen und adipösen Menschen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Da diese beiden Entwicklungen parallel angestiegen sind, wurde ein Zusammenhang vermutet. Diverse Studien untersuchten, ob grössere Portionen zu einer höheren Konsum verleiten.

 

Hier zwei Studien als Beispiel dazu:

Glacé-Becher und Löffel – Studie 1
85 Testpersonen wurden zum Glacé-Essen eingeladen. Diese Freiwilligen waren alles Hochschulabsolventen oder Professoren für Ernährungswissenschaften. Alles Menschen, mit höherem Bildungsabschluss.

Entweder bekamen sie eine mittlere oder grosse Schale und dazu entweder einen mittleren oder grossen Löffel zum Schöpfen. Die Testpersonen mit den grossen Schalen portionierten sich ganze 31% mehr Glacé als die Personen mit den mittleren Schalen. Bei den Personen, die eine grosse Schale und einen grossen Löffel erhielten, assen 53% mehr als diejenigen mit mittleren Schalen und mittleren Löffeln.

 

Fazit: Den Testpersonen ist berufsbedingt die Wirkung grösserer Portionen auf das Essverhalten bekannt. Trotzdem wurden sie dazu verleitet, mehr zu essen. Dies bedeutet, dass Bildung und Aufklärung bei Menschen, die ihre Verzehrmenge reduzieren möchten, nur einen kleinen Teil bei der Verhaltensänderung ausmachen. Andererseits zeigt dieses Experiment ganz klar, dass die Grösse der Portion Einfluss hat auf die Essensmenge.

 

Abgestandenes Popcorn – Studie 2
Eine Gruppe Kinobesucher, die kurz zuvor zu Mittag gegessen hatte, erhielt kostenfrei Popcorn. Entweder wurde den Testpersonen eine mittlere oder eine grosse Packung mit abgestandenem Popcorn angeboten. Dieses konnten sie während des Films essen.

Die Testpersonen waren also nicht hungrig und das Popcorn hatte eine eher mässige Qualität. Und trotzdem assen sie davon. Aus den grossen Popcorn-Packungen assen sie 51% mehr Inhalt als aus den mittleren.

Viele Personen verbinden gewisse Situationen mit dem Essen bestimmter Lebensmittel. Es geht also um eine Gewohnheit, die die Teilnehmer vermutlich dazu bewegt hat, trotz Sättigung Popcorn zu essen. Ein weiterer Einflussfaktor wäre beispielsweise der ökonomische Aspekt, denn das Popcorn war gratis.

 

Fazit: Sind die Portionen grösser, verleiten sie dazu, mehr zu essen. Die Gründe dazu sind unterschiedlich.

 

Tipps: Gehören Sie zu den Personen, die sich leicht von äusseren Reizen beeinflussen lassen? Dann können Sie sich stärker auf Ihre inneren Signale konzentrieren. Geben Sie dem Appetit nicht jederzeit nach und essen Sie bewusster. Fragen Sie sich:

  • Brauche und will ich diese Speise jetzt wirklich zu essen?
  • Habe ich Hunger oder ist es einfach Lust oder Gewohnheit, die mich gerade überkommt?

Wenn Sie Ihre Essensmenge reduzieren möchten, so kaufen Sie kleinere Packungen. Möchten Sie hingegen mehr von etwas essen, so kaufen Sie die grössere Packung.

 

Viel Vergnügen beim Ausprobieren der Wirkung.

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