Freizeit

Porträt auf dem Kopf – Ein Zeichnungsexperiment

Denken Sie von sich, schlecht zeichnen zu können? dann bietet das Zeichnungs-Experiment dieses Artikels die Möglichkeit, diese Meinung zu revidieren. Denn Zeichnen will gelernt sein und ist nicht eine Frage des Talents. Überzeugen Sie sich selbst.

Portät eines Kindes kopfüber
Kategorie:
Autor:
Natalie Zumbrunn

Porträts oder Menschen zu zeichnen, wird oft als besonders schwierig empfunden. Dabei spielt der Gegenstand oder das Motiv keine Rolle. Egal, was wir zeichnen, alles wird mit Linien oder Flächen dargestellt. Es gibt keine schwierigeren oder einfacheren Linien, je nachdem welches Objekt wir zeichnen.

Doch wieso fällt es uns schwer, Menschen oder Porträts zu zeichnen?

Oftmals neigen wir dazu, das zu zeichnen, was wir wissen. Wir zeichnen also beispielsweise eine Nase oder ein Auge. Das liegt daran, dass unsere linke Hirnhälfte versucht, die Bedeutung von dem, was wir sehen, zu erkennen. Und sobald wir im Modus des Benennens von Gegenständen oder Körperteilen sind, achten wir uns weniger auf die eigentlichen Linien und Flächen.

Wir drehen ein Bild um, und zeichnen es ab

Nun kommen wir zum Experiment, das Ihnen zeigen wird, dass Zeichnen eine Frage des Beobachtens von Linien und Flächen ist. Nehmen Sie sich dafür zirka 30-40 Minuten Zeit. Stellen Sie sich am besten einen Timer, dass Sie während des Zeichnens nicht an die Zeit denken, denn das ist eine Aufgabe der linken Hirnhälfte.

  1. Wählen Sie sich einen ruhigen Ort zum Zeichnen und ein Porträt oder ein Ganzkörper Bild. Sie können dazu ein Foto aber auch ein gezeichnetes Porträt oder Ganzkörperbild verwenden. Stellen Sie es nun auf den Kopf. Sie werden merken, dass Ihnen die Person auf dem Bild nun fremd erscheint, selbst wenn Sie sie kennen. Jetzt denken Sie sich vermutlich, dass das noch schwieriger zum Zeichnen ist. Einzig unsere linke Hirnhälfte ist jetzt irritiert, weil Sie nicht mehr weiss, was sie sieht. Gleichzeitig gelingt es uns nur so, dass die rechte Hirnhälfte für eine Weile dominiert. Und eine erfreuliche Botschaft vorweg: die rechte Hirnhälfte ist gut im Zeichnen.
  2. Betrachten Sie eine Minute lang das auf dem Kopf stehende Bild. Und schauen Sie sich die Linien an, wo sie hinführen und wie ihre Winkel verlaufen. Das könnte so klingen: «Diese Linie formt sich zu einem Bogen. Eine zweite Linie verläuft quer zur ersten Linie. Zusammen bilden Sie die Umrisse jener Form.» Versuchen Sie weiterhin lediglich die Formen, Linien und Flächen wahrzunehmen. Verzichten Sie also auf alle Bemühungen, die einzelnen Teile zu erkennen und zu benennen. So auch auf das mögliche Verlangen, das Bild wieder umzudrehen.
  3. Beginnen Sie oben mit dem Abzeichnen. Arbeiten Sie sich langsam vor – von der einen Linie zur anderen – genau wie vorhin beim Beobachten. Mit der Zeit, wenn Sie in den Linien versinken, wird sich Ihre linke Hirnhälfte von selbst ausschalten. Das was Ihre Augen unmittelbar sehen, enthält alle Informationen, die Sie benötigen. Es ist tatsächlich so einfach.

Wenn Sie fertig sind:

Nun dürfen Sie Ihre Zeichnung umdrehen. Vermutlich sind Sie überrascht, wie gut sie Ihnen gelungen ist.

Tipp: Sie können während des Zeichnens auch Musik hören. Sobald Sie die Musik nicht mehr wahrnehmen, sind Sie im Modus der rechten Hirnhälfte versunken.

Nun da Sie diese Erfahrung gemacht haben können Sie versuchen auch in den Modus des Sehens statt Benennens zu kommen, wenn Sie etwas den richtigen Weg herum zeichnen.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Zeichnen. Vielleicht entdecken ja auch Sie Ihre Faszination für Linien.

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