Gesundheit

Spezielle Risikofaktoren der Gicht - Teil 2 Fruktose

In unserer Reihe zu den speziellen Risikofaktoren der Gicht, starteten wir im letzten Artikel mit dem Alkohol. In diesem Artikel wird der Zusammenhang zwischen Fruktose und Gicht erklärt.

Apfel und Fruchtzucker
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Hier geht's zum letzten Artikel zum Thema Alkohol.

Was ist denn Fruktose?

Fruktose wird umgangssprachlich Fruchtzucker genannt und ist ein Einfachzucker. Dieser Zucker kommt, wie der Deutsche Name bereits verrät, natürlich in Früchten vor. Ausserdem ist Fruktose Bestandteil des normalen Haushaltszucker, der in der Fachsprache Saccharose genannt wird. Der Haushaltszucker ist ein Zweifachzucker und besteht aus einem Teil Fruktose und aus einem Teil Traubenzucker, auch Glukose genannt.

Fruktose und Gicht

In Studien konnte gezeigt werden, dass der Konsum von fruktosereichen Lebensmitteln und gesüssten Getränken, das Risiko einen Gichtanfall zu erleiden, erhöht. Doch woran liegt das? Das letzte Mal haben wir aufgefrischt, dass bei der Gicht oder Hyperurikämie in erster Linie die Purine, die in grossen Mengen in Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten vorkommen, einschränkt werden sollen. Das Problem an den Purinen ist, dass sie im Körper zu Harnsäure abgebaut werden. Bei Menschen, die von Gicht betroffen sind, kommt es bei einer purinreichen Ernährung rasch zu überhöhten Harnsäurewerten im Blut.

Wie der Alkohol ist auch Fruktose frei von Purinen. Die Fruktose bewirkt über einen anderen Weg die Erhöhung der Harnsäurewerte im Blut. Der Körper nutzt Fruchtzucker zur Energiegewinnung. Um die Energie der Fruktose zu nutzen, muss der Körper die Fruktose in einem komplexen Prozess umwandeln. Für diese Umwandlung benötigt der Körper ein Hilfsstoff namens ATP. Der Hilfsstoff ATP gibt während der Umwandlung der Fruktose in Energie einen Teil von sich ab, und heisst dann neu ADP und AMP. Diese beiden Restprodukte werden schließlich vom Körper in Harnsäure abgebaut. Einfach gesagt entsteht im Körper Harnsäure, wenn er den Fruchtzucker nutzt, um daraus Energie zu gewinnen. Je mehr Fruchtzucker wir also essen, desto mehr Harnsäure fällt an.

Was bedeutet das für meine Ernährung, wenn ich an Gicht leide?

Aus diesem Grund wird bei Gicht und Hyperurikämie empfohlen, gesüsste Getränke und fruktosereiche Lebensmittel einzuschränken. Heisst das, von Gicht Betroffene dürfen keine Fürchte mehr essen? Nein! Wenn Sie täglich 2 Portionen Früchte, also zirka zwei Hände voll, essen, dann hat das noch keinen Einfluss auf die Harnsäurespiegel im Blut. In zwei Portionen Früchten sind rund 10 Gramm Fruchtzucker enthalten. Erst wenn Sie mehr als 1 Gramm Fruchtzucker pro Kilo Körpergewicht verzehren, kann es zu einem Anstieg der Harnsäurewerte im Blut kommen. Bei einer Person, die 70 Kilogramm wiegt, würde das bedeuten, dass Sie 70 Gramm Fruktose am Tag essen müsste. Aber Achtung mit gesüssten Getränken oder Fruchtsaft können Sie sehr schnell auf eine hohe Menge an Fruchtzucker kommen. Dabei spielen nicht nur mit Fruchtzucker gesüsste Getränke, sondern auch mit normalem Zucker gesüsste Getränke oder Süsses eine Rolle. Denn wie Sie bereits wissen, besteht auch der normale Haushaltszucker zur Hälfte aus Fruktose. In einem Liter Süssgetränk sind rund 100g Zucker und damit zirka 50 Gramm Fruchtzucker enthalten.

Gute Alternativen zu herkömmlichen Softdrinks bieten künstlich gesüsste Getränke, wenn es mal süss sein darf. Ansonsten können Sie Ihrem Körper mit kaltem oder warmem Tee, Wasser und Kaffee etwas Gutes tun.

Bis zum nächsten Artikel zum Thema Fasten wünschen wir Ihnen eine inspirierende Degustation!

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